Das Projekt

Die Gruppe formiert sich

2014 hatten der Baukünstler Markus Zilker (einzueins Architektur) und der Prozessbegleiter Gernot Tscherteu (realitylab) die Idee eines Wohnbauprojektes Gleis 21 entwickelt. Aber es sollte bis zum Jänner 2015 dauern, bis sich die Gruppe der tatsächlichen Gründer*innen formierte. Nachdem diese Gruppe aus Baugruppeninteressierten begonnen hatte, die Idee Gleis 21 mit Leben zu füllen, konnte sie im Frühsommer dann auch das Bewerbungsverfahren um ein Grundstück am Helmut-Zilk-Park für sich entscheiden.

Mit dem im Mai 2015 gegründete Verein “Wohnprojekt Gleis 21” gab sich die Gruppe einen Rahmen, in dem Ideen gesponnen und wieder verworfen wurden, wobei die Eckpunkte schon bald deutlich waren: Wir wollen uns soziokratisch organisieren und setzen auf gemeinschaftliches statt individuelles Eigentum. Nach zwei Erweiterungsrunden sind mittlerweile 57 Menschen in diesem Verein aktiv an der Realisierung von Gleis 21 beteiligt – 14 davon sind Kinder. Unsere Mitglieder sind ein bunter Haufen – Paare, Singles, Eltern, Kinder, Junge und Ältere, Menschen mit Migrationshintergrund, Personen mit vielfältigen Berufen und Kompetenzen.

“Gemeinsam Weichen stellen.”

Die Vision wird geboren

Um unser Ziel eines gemeinschaftlichen Wohnens und Lebens zu konkretisieren, haben wir uns während eines Visionsworkshops einen gemeinsamen Orientierungsahmen für das Projekt gegeben. In dieser intensiven Phase sind bereits einige unserer heutigen Partner mit an Bord gekommen. Parallel dazu wurden der Verein gegründet und unsere soziokratischen Arbeitsgruppen gebildet.

Die Vision von Gleis 21 fußt auf den drei Grundlagen: “solidarisch wohnen”, “gscheit genießen” und “medial gestalten”. Mit unseren Flüchtlingswohnungen leben wir Solidarität nicht nur nach innen, sondern auch nach außen. „G’scheit genießen“ offerieren wir in unserem Bistro, das Wert auf frische saisonale und regionale Produkte legt, Gastgarten mit Blick auf den Helmut-Zilk-Park inklusive. Und “medial gestalten” werden wir in unserer Medienwerkstatt, in der Kurse zur Weiterbildung im Online-, Audio- und Videobereich angeboten werden, sowie Sprachkurse, die auch BürgerInnen aus der EU und AsylwerberInnen die Integration in unsere Gesellschaft erleichtern sollen. Mehr über unsere Vision lest ihr in “Unsere Vision”.

Planungsphase

Das während der Visionsfindungsphase gemeinsam erarbeitete architektonische Konzept wurde in Zusammenarbeit mit der Gruppe und einszueins Schritt für Schritt zu einem Entwurf erarbeitet.

Die genauere Ausarbeitung des Gebäudes, mit allen technischen und gestalterischen Details, wurde in weiterer Folge von der gruppenintern ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe Architektur weiterverfolgt.

Raumpatenschaften für die Gemeinschaftsräume, die eine Fokussierung der Ausgestaltung der einzelnen Bereiche des Hauses zum Ziel haben, entstanden durch die individuelle Bereitschaft und Interessen der Gruppenmitglieder. So wurden beispielsweise innerhalb dieser Kleingruppen Konzepte für Oberflächen, Materialien und Raumelemente erarbeitet.

Die Planung der Wohnungen wurde von den Nutzern/Innen gemeinsam mit dem Architekturbüro in individuellen Gesprächen und Planungsmeetings erarbeitet. So entstanden Lösungen, die einerseits perfekt auf die/den jeweilige/n NutzerIn zugeschnitten sind, jedoch genug Offenheit für die etwaige Nachnutzung einer anderen Partei zulässt.

Bauphase

Nach beinahe dreijähriger Vorlaufzeit und Planungsphase beginnen im November 2017 die Bauarbeiten am Bauplatz C17.C.

Die Grundsteinlegung erfolgt am 21.11. mit einem Fest, an dem alle Beteiligten vor Ort den ersten Schritt in Richtung unseres gebauten Hauses tätigen werden.

Die Bauzeit wird in etwa ein Jahr betragen. Nicht nur unser Haus wird in dieser Zeit gebaut werden: Auch rundum werden viele der geplanten Gebäude im Grätzel in dieser Zeit in der Bauphase sein und das Sonnwendviertel Ost Stein für Stein wachsen lassen. Wir freuen uns darauf!